Die Hoteltrends 2019 (Teil 2/2)

In unserem letzten Beitrag ging es bereits um etablierte Hoteltrends und aufsteigende Sternchen am Hotellerie-Himmel wie mobile Technologien, künstliche Intelligenz, den digitalen Einfluss und die digitale Betreuung der Gäste. Heute beleuchten wir sowohl Newcomer als auch stagnierende Hoteltrends.

Newcomer Hoteltrends 2019

1. Gesichtserkennung

Gesichtserkennungssysteme werden bisher vor allem an Flughäfen eingesetzt. Sie bieten die perfekte Möglichkeit, Personen automatisch zu erkennen und Prozesse, wie etwa den Check-in, zu beschleunigen. Dieses Potential hat auch die Hotellerie insbesondere der MICE-Tourismus für sich erkannt. So gelangen Vielreisende und Geschäftsreisende schneller, sicherer und einfacher an ihr Ziel. Welche Regelungen zur Nutzung und dem Einverständnis der Gäste hier in Zukunft festgelegt werden, bleibt allerdings abzuwarten. Denn nicht jeder möchte automatisch von einer Kamera erkannt und identifiziert werden. Und auch der Datenschutz steht bestimmt schon bald auf der Matte.

2. Coworking Spaces

Als Reaktion auf die Sharing Economy werden Coworking Bereiche in Hotels immer beliebter, vor allem bei Millennials. Sie wollen in einer entspannten und flexiblen Umgebung arbeiten und Zeit verbringen, während sie trotzdem die Annehmlichkeiten eines Hotels genießen können. Durch die Vernetzung mit anderen vor Ort entstehen so oft kreative Ideen und neue Kontakte. Das ist auch der Grund, warum Coffee-Shops so beliebt zum Arbeiten sind. Einige Hotels haben also ihre Lobby bereits zu „Coworking Spaces“ erweitert, damit Gäste, Touristen und Einheimische gemeinsam an Projekten arbeiten und sich austauschen können.

3. Voice Search & Sprachassistenten

Seit letztem Jahr ist auch die Sprachsuche zu einem wichtigen Thema für die Hotellerie geworden, da ihre Nutzung immer weiter zunimmt. Laut einer Studie von Travelport nutzten 2018 ganze 69 % der Reisenden die Sprachsuche bei der Planung ihrer Reise. Daher ist vor allem 2019 wichtig, dass Hotels ihre online aufgeführten Informationen stets auf dem neuesten Stand halten und ihre Online-Präsenz entsprechend optimieren. Damit Google Home, Siri, Alexa, Cortana & Co schnell Antworten auf die Fragen ihrer User geben können, wie „Wo finde ich ein Hotel in meiner Nähe?“ Das gelingt beispielsweise mittels Voice Search Optimization, kurz VSO, (eine Kombination aus SEO, Sprachsuch-Mustern und Longtail-Keywords) oder der Optimierung von Website-Texten mit Phrasen und Keywords, die bei der Sprachsuche genutzt werden. Außerdem könnenSprachassistenten als „digitale Concierges“ im Hotel eingesetzt werden, die den Gästen vor Ort direkt Antworten auf Fragen geben oder auf den Gästezimmern Licht, Temperatur und andere Geräte steuern.

4. Smart Hotel

Mehr Selbstbestimmung für die Gäste ermöglichen smarte Geräte zur Regulierung von Temperatur, Beleuchtung, Alarmen, TV, Radio und Jalousien. So können die Gäste über das Smartphone oder ein Tablet die Klimaanlage einschalten, das Licht steuern oder das Hotel-TV bedienen. Im Idealfall hat der zuständige Mitarbeiter im Hotel dank intelligenter Raumsteuerung so immer vollste Kontrolle über die Energiekosten.

5. Mobile Payment

Mit der Einführung von Softwareanbietern wie Apple Pay, Google Pay, PayPal oder bankspezifischen Lösungen gewinnen seit kurzem mobile Zahlungsmethoden via Smartphone zunehmend an Bedeutung. Schließlich ist es wirklich praktisch, wenn man mit dem Smartphone, das man sowieso immer bei sich trägt, jetzt noch unkompliziert bezahlen kann – und wenn möglich sogar kontaktlos. In Zukunft wird
Mobile Payment also auch für die Hotellerie immer interessanter und zählt defintiv zu den aufkommenden Hoteltrends.

6. Wearables

Bei Sportlern, Geschäftsleuten und einigen Privatpersonen erfreuen sich Wearables bereits immer größerer Beliebtheit. Aber ist diese Technologie auch für Reisende und die Hotellerie nützlich? Ja! Sie schaffen den Reisenden einen noch bequemeren Zugang zu Informationen, Kontakten, Anwendungen und wichtigen Benachrichtigungen, kombiniert mit persönlichen Aktivitätsinformationen. Insbesondere Funktionen wie mobiles Bezahlen werden momentan von Wearables unterstützt. Aktuell gibt es hinsichtlich weiterer nahtloser Funktionen allerdings noch viel Entwicklungsbedarf.

7. Lokal, heimisch und nachhaltig

2019 wünschen sich die Gäste mehr Authentizität in den Hotelzimmern und Gemeinschaftsbereichen durch lokale und regionale Elemente, Materialien oder Kunstwerke. Sie möchten so authentisch wie möglich Urlaub machen und sich wie Einheimische fühlen. Auf diesem Prinzip beruht auch der Erfolg der Buchungsplattform Airbnb, die mit der Vermittlung von Privatunterkünften zu einem Bilderbuch-Unternehmen herangewachsen ist. Noch dazu wächst das allgemeine Umweltbewusstsein, sodass Reisende immer mehr Wert auf umweltfreundliches Handeln und Nachhaltigkeit legen. Im Urlaub zählen dazu weniger Papierverbrauch, weniger Plastikprodukte wie der Verzicht auf Plastik-Trinkhalme oder -Einkaufstüten, das Strom- und Wassersparen bspw. durch weniger Handtuchwechsel oder selbstgesteuerte Heizungen, aber auch viele weitere Maßnahmen. So gelingt es ihnen den eigenen CO2-Fußabdruck, aber auch den des Hotels zu reduzieren. Ein wirklich wertvoller Beitrag zur Umwelt!

Stagnierende Hoteltrends

1. Smarte Zimmerschlüssel

Per Smartphone die Zimmertür im Hotel öffnen und Einchecken: Auch hierfür gibt es mittlerweile einige Technologien. Mithilfe von Gesichtserkennung, Beacons oder Bluetooth bauen die Gäste dann eine Verbindung zwischen der App auf ihrem Smartphone und dem Schließsystem bzw. der Rezeption des Hotels auf. Und schon checken sie im Hotel ein oder öffnen ihre Zimmertür ohne jemals persönlich mit den Mitarbeitern an der Rezeption gesprochen zu haben. Wichtig sind auch hier gewisse Sicherheitsmaßnahmen, damit die Software vor Betrügern geschützt ist und die Gäste auch bei Verlust des Smartphones auf ihren Zimmern sicher sind. Gerade für Business Reisende sind diese Technologien wirklich zeitsparend, für viele Privatpersonen allerdings oft noch befremdlich und für Hotels eine größere Investition in Software und Hardware.

2. Nur stationäre Tablets auf den Zimmern

Gerade im Hinblick auf das Bereitstellen von Informationen werden in Hotels auch immer öfter Hotelzimmer mit stationären Tablets ausgestattet. Der Vorteil ist, dass die Gäste diese meist nicht übersehen können und die Inhalte durchstöbern. Der große Nachteil daran: Sie sind extrem unflexibel, selten gut genug geschützt und müssen zusätzlich in jedem Zimmer auf Funktionsfähigkeit und Sauberkeit geprüft werden – noch dazu ist die Anschaffung der Hardware für die gesamte Unterkunft sehr teuer. Und wenn die Gäste nicht auf ihrem Zimmer sind, haben sie die Informationen nicht einmal parat.

Die beste Lösung ist daher ein System, das grundsätzlich ohne teure Hardware funktioniert und die Gäste jederzeit erreicht – wie die digitale Gästemappe von Gastfreund! Sie basiert auf dem Bring-your-own-device-Ansatz (BYOD), d.h. sie ist hardwareunabhängig nutzbar, sodass die Gäste immer alle Informationen auf ihren eigenen Endgeräten dabei haben. Zusätzlich kann der Hotelier natürlich auch immer stationäre Tablet- oder Touchscreen-Kiosk-Lösungen im Hotel bereitstellen – eben ganz nach seinen Wünschen und den Bedürfnissen seiner Gäste.

3. Hotel-Roboter

Roboter haben die Menschheit schon immer fasziniert. Kein Wunder also, dass es nun auch für die Hotellerie einige Anwendungsfelder gibt, in denen Hotelroboter eingesetzt werden: als Butler, die Getränke, Speisen oder neue Handtücher liefern, das Gepäck auf die Zimmer bringen oder als Rezeptionsmitarbeiter, die meist über 10 Sprachen sprechen und den Gästen beim Check-In alle Fragen beantworten. Viele Hotels haben allerdings Angst, dass Roboter die Angestellten ersetzen könnten und dadurch der persönliche Kontakt fehlt. Das führt dazu, dass der Einsatz von Hotel-Robotern nur sehr langsam zunimmt. Von einem reinen Roboter-Hotel sind wir also noch sehr weit entfernt.

Technologien spielen in jeder Branche eine zentrale Rolle. Sie sind mittlerweile wesentliche Bestandteile des Hotelbetriebs, sichern die Wettbewerbsfähigkeit und damit den Erfolg eines Unternehmens. Am Ende zählt jedoch nur, dass Sie das Richtige für den eigenen Betrieb finden. Bei der Menge an verschiedensten Technologien und Hoteltrends verliert man schließlich schnell den Überblick und läuft Gefahr zu viele Insellösungen zu integrieren.

Angesichts dessen ist es ratsam, in die Technologien zu investieren, die das Gästeerlebnis verbessern, Mitarbeiter entlasten und zeitgleich den Umsatz steigern – und vor allem mehr Zeit für die persönliche Betreuung schaffen! Gerne helfen wir Ihnen dabei!


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